Florian Möll

Schirmherr des Reanimationsprojektes des Rotary Clubs Iserlohn

Am 11. April 2024 hat sich mein Leben innerhalb einer Sekunde komplett gedreht.

Ich war 20, Leistungssportler, bei der Polizei und eigentlich kerngesund. Während eines Spiels hatte ich gerade ein Tor geschossen, wollte auf der Bank mit meinem Trainer abklatschen und fühlte plötzlich diesen Schwindel, als würde ich auf dem Rotor eines Hubschraubers sitzen. Dann war ich weg. Mein Herz stand still, ausgelöst durch Kammerflimmern. Ganze 22 Minuten lang hatte ich keinen Puls.

Dass ich heute hier stehe und keine bleibenden Schäden habe, ist für mich immer noch surreal. Ich hatte riesiges Glück: Der Sanitäter stand unmittelbar neben mir und konnte schnell mit den Reanimationsmaßnahmen starten. Der Defibrillator war nach circa 30 Sekunden bei ihm. Sechs Schocks haben mich zurückgeholt.

Eines ist mir heute klar: Ohne den „Defi“ in der Halle hätte ich nicht überlebt. In Ungarn sind diese Geräte Pflicht, bei uns in Deutschland leider noch nicht überall.

Mein Fall zeigt, dass es wirklich jeden treffen kann, egal wie fit man ist. Deshalb mein dringender Appell an euch: Habt keine Angst zu helfen! Jede Sekunde zählt für das Gehirn. Merkt euch einfach die Formel:

Prüfen – Rufen – Drücken.

Checkt, ob die Person noch reagiert, wählt die 112 und fangt sofort mit der Herzdruckmassage an. Drückt fest und ohne Pause auf das Brustbein. Wenn ein automatischer Defibrillator (AED) da ist, nutzt ihn – das Gerät sagt euch genau, was zu tun ist.

Ich lebe nur noch, weil Menschen sofort angepackt haben.

Ihr könnt das auch.

Euer Florian Möll